TYPO3 Musterprojekt - Donnerstag, 23. November 2017
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"Die Saydaer Möhren-, Kraut- und Gräsergärten..."

Dieses Projekt wurde durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) im Rahmen des Programms Lokales Kapital für Sachsen (LOS) mitfinanziert.

Verein holt Hausfrauen aus den vier Wänden

Saydaerinnen kochen regelmäßig gemeinsam in der Mortelmühle - Projekt des Heimatvereins soll arbeitslosen Frauen Mut machen

Sayda. Geschäftiges Treiben herrscht in den dicken Mauern der 800 Jahre alten Mühle im Mortelgrund bei Sayda. Etwa zehn Frauen stehen in langen grünen Schürzen um Tische. Sie rühren Quark an, panieren Kohlrabi und anderes Gemüse und unterhalten sie sich über die Wirkung einheimischer Kräuter und Gewürze. Schon zieht ein verführerischer Duft durch den Raum, denn in einer Pfanne brutzeln die ersten Gemüseröstis. Kinder spielen in einer Ecke des Raumes.

Zwischen 10 und 15 Frauen unterschiedlichen Alters aus Sayda treffen sich alle zwei Wochen donnerstags vormittags in der Mortelmühle. Sie kochen zusammen, sprechen über Rezepte und sammeln diese. Die meisten von ihnen haben keine Arbeit, einige schon viele Jahre. Andere Frauen aus der Runde sind nur gelegentlich wenige Stunden beschäftigt, und ihre Männer verdienen die Brötchen für die Familie nicht im Erzgebirge.

Ihr Hausfrauendasein - meist nicht freiwillig - wird nun durch die Donnerstage unterbrochen. "An diesem Tag kommen sie und ihre Kinder aus ihren vier Wänden und können mit Gleichgesinnten ins Gespräch kommen", erklärt Toralf Richter die Treffen.

Ihm und seiner Frau Carola Stumpe-Richter gehört die Mortelmühle. Die gelernte Köchin bildet den Mittelpunkt des Treibens um die Kochtöpfe. "Diesmal geht es um Wintergemüse und die dazu passenden Rezepte", sagt sie und gibt dabei den Frauen Tipps zu einheimischen Gewürzen und Kräutern. Sellerie-Möhren-Rösti sowie Kohlrabischnitzel mit Sesam stehen diesmal auf dem Speiseplan. Denn das gemeinsam Gekochte wird auch gemeinsam gegessen.

Carola Stumpe-Richter leitet das vom Saydaer Heimatverein angeschobene und über den europäischen Sozialfonds geförderte Projekt. Sie koordiniert die Vormittage mit den Frauen und stellt unter anderem vergessene Rezepte, Traditionen aus der Küche von einst sowie bewusste Ernährung gemäß dem Jahreslauf in den Mittelpunkt.

"Vieles von dem, was wie hier machen, ist uns unbekannt. Wir lernen dazu und können über Gott und die Welt reden", resümiert Nicole Neubert die Treffen.

Doris Einert ist seit 19 Jahren Hausfrau. Sechs Kinder gehören zu ihrer Familie. Zwar sind die Großen schon aus dem Haus, "aber für vier Kinder koche ich noch heute jeden Tag", berichtet sie. Manchmal falle ihr kein Rezept mehr ein. Also nutzt auch sie die Treffen mit den Frauen. Zwischen acht und 19 Jahre alt sind ihre Kinder, für die die Mutter den Haushalt schmeißt. In der Mortelmühle stand Doris Einert am Donnerstag mit den anderen Frauen an der Kochplatte. Anregungen machten die Runde, und es war Freude spürbar über den gelungenen Vormittag, der mit dem gemeinsamen Mittagessen seinen Höhepunkt fand.

von Astrid Ring / Freie Presse - Lokalredaktion Freiberg

Sayda um 1800

Sayda verdankte seine Entwicklung der Lage an der wichtigen Handelsstraße, der Alten Salzstraße, zwischen Sachsen und Böhmen. Handel und Handwerk dominierte. Obwohl Sayda auch Bergstadt war, hatte der Bergbau rund um Sayda wenig Einfluss auf die Stadtentwicklung. Sayda hatte eine große Einwohnerzahl und gehörte vom 12. bis 15. Jahrhundert zu den größten sächsischen Städten. Die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln war aufgrund des rauen Gebirgsklimas jedoch schwierig.

Eine Besonderheit von Sayda, als eine der höchstgelegenen Städte am Osterzgebirgskamm waren die sogenannten Stadtbauern bzw. Ackerbürger. Sayda war vom 16. bis 19. Jahrhundert auch durch seine vielen Stadtgärten (Möhren- und Krautgärten, Grasgärten) und durch die großen Scheunen außerhalb der Stadtbefestigung geprägt.
Hinter fast jedem Haus befand sich ein kleiner Stall, mindestens jedoch ein kleiner Garten, der für die Selbstversorgung der Bewohner lebenswichtig war. Bessergestellte Bürger besaßen außerhalb der Stadtbefestigung ihre Felder und einige von Ihnen auch Scheunen. Diese dienten vor allem der Lagerung von Heu.

Die Einwohner von Sayda waren überwiegend Handwerker, die zur Selbstversorgung Landwirtschaft betrieben.

In unserem Projekt wollen wir an die inzwischen verschwundenen historischen Saydaer Gärten erinnern.

Präsentation zum Elternabend am 06.03.2008: Schulgartengestaltung der Grundschule Sayda

GSSaydaSchulgarten.pdf

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