Geschichte des Vereins

Der jetzige Heimatverein Mortelgrund - Alte Salzstraße e.V. entstand aus dem Förderverein Mortelmühle e.V. welcher sich im Jahre 2000 gründete.

Wie kam es zur Gründung dieses Vereines?

1999 erwarb Toralf Richter mit Unterstützung seiner Familie das bereits 10 Jahre leerstehende Gasthaus "Mortelmühle" im Mortelgrund bei Sayda. Das Haus war wie ein Dornröschenschloss zugewuchert. Das Dach war löchrig und das Wasser lief bei starkem Regen durch alle Stockwerke. Die Inneneinrichtung war zerstört, Fensterscheiben zerschlagen.

Sehr schnell stellte sich heraus, das dieses Gebäude nicht einfach so saniert werden kann. Eine Gebäudevergrößerung, um ein Natur- und Familienhotel zu errichten, stellte sich als wirtschaftlich sinnvollste Lösung heraus. Die Denkmalschutzbehörde hatte bereits dem Abriss des gesamten Dachstuhls und die totale Gebäudeentkernung befürwortet. (Leider dauerte es 6 (!) Jahre bis das Landratsamt eine Teilbaugenehmigung erteilte. Eine Baugenehmigung für ein solches alternatives Naturhotel mit ca. 20 Zimmern gibt es bis heute noch nicht. Inzwischen ist ein solches Vorhaben auch kaum noch zu finanzieren.)

Bei der Beschäftigung mit der Historie der Mortelmühle, vielen Stunden vor alten Unterlagen in den Archiven und bei Gesprächen mit den Einwohnern, wurde deutlich, das die Mortelmühle ein lange Geschichte hat, die eng mit der Geschichte der Stadt Sayda und der Herrschaft der von Schönbergs auf Purschenstein verknüpft ist. Bis 1910 gab es hier ein hölzernes Wasserrad was zu den größten in Mitteleuropa zählte. Die Mortelmühle wurde aus zwei Tälern mit Wasser versorgt, auch das war eine sächsische Besonderheit. Die ältesten urkundlichen Erwähnungen reichen bis in Jahr 1443 zurück. Die Mortelmühle ist das letzte noch erhaltene Gebäude aus dem Mittelalter im inzwischen fast verschwundenen Ortsteil Mortelgrund.

Dieses historische Gasthaus sollte deshalb als Denkmal wieder mit Leben erfüllt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, gründete der Eigentümer Toralf Richter und der damalige Bürgermeister der Stadt Sayda, Hartmut Wagner mit ca. zwanzig weiteren Idealisten den Förderverein Mortelmühle e.V.

Wichtigste Aufgabe war damals:

  • Belebung des Mortelgrundes und der Mortelmühle als Zentrum des Tales

Dazu wurden folgende Initiativen gestartet:

  • Teilnahme am Deutschen Mühlentag
  • Teilnahme am Tag des offenen Denkmals
  • Durchführung von kleinen Puppentheaterfesten
  • Beginn mit Aufräumarbeiten und Biotoppflegemaßnahmen
  • Durchführung von Slowfood-Veranstaltungen (www.slowfood.de)

Warum wurde aus dem "Mortelmühlenverein" der Heimatverein Mortelgrund?

Der Verein wurde größer und man begann, sich auch mit der Umgebung der Mortelmühle zu befassen, dem Mortelgrund und der Region zwischen Sayda und Neuhausen, dem Saydaer Bergland und dem Schwartenberggebiet, durch die die "Alte Salzstraße" von Halle / Leipzig nach Prag verläuft.

Der Mortelgrund, bis Anfang des 19. Jahrhundert durch einen kleinen Kupfer- und Silberbergbau und mehrer Mühlen und Landwirtschaften geprägtes Tal hatte inzwischen fast keine Einwohner mehr. Um 1800 gab es noch über 100 Einwohner, 1900 lebten hier noch knapp 50 Einwohner, im Jahr 2000 jedoch nur noch 8 Einwohner. Die restlichen Gebäude des Tales verfielen zusehends. Der Verein wollte sich jetzt auch der Historie des Tales mit seiner Umgebung annehmen.

So kam es 2004 zur Erweiterung der Vereinsaufgaben und zur Neuformulierung der Satzung. Seit diesem Zeitpunkt tritt der Verein unter dem Namen "Heimatverein Mortelgrund - Alte Salzstraße e.V." auf.

Der Verein erstellte mehrere Entwicklungskonzeptionen und wurde als Leader+ Akteur (im Rahmen einer europäischen Initiative zur Entwicklung des ländlichen Raumes) aktiv.

Inzwischen wurden vom Verein eine Vielzahl von Projekten gestartet. Sichtbare Ergebnisse sind der Mortelgrunder Bergmännleinpfad und der Internet-Erlebnisführer "Alte Salzstraße".